Face Music - Traditional Instruments - Russia
  • Die traditionelle Musik und Instrumente Russlands (Sibiriens)




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P & C December 1998
- Face Music / Albi

- last update 03-2016



text in German


Die traditionelle Musik der Russen ist vorrangig heterophon: Eine einzige Melodie wird unter verschiedene Stimmen verteilt, wobei eine Stimme - meistens in mittlerer Stimmlage - führt. Die führende Stimme (sapevála) stimmt den Gesang an und bestimmt den Melodieverlauf, die anderen Stimmen fallen erst später ein. Dieser heterophone Gruppengesang wird oftmals durch eine unabhängige Stimme in sehr hoher Tonlage (podgolóssok) verziert.

Das Prinzip der Heterophonie lässt der Führungsstimme viel Spielraum für Improvisation, kontinuierliche Variationen und Verzierungen. Es wirkt sich auch auf den Text aus, indem einzelne Wörter oder Phrasen mittels Melismen oder durch zusätzliche Silben verlängert werden. Man findet diese Art des Chorgesangs häufig in ganz Russland, im Sibirischen Raum der Umsiedler und auch in der Zentralukraine, in den Steppengebieten und im östlichen Teil der Ukraine, wo lyrische Balladen sehr beliebt sind.

Berühmt geworden ist das umfangreiche Repertoire der Kosakenlieder und -tänze. Diese Musik wurzelt in der jahrhundertealten mündlichen Überlieferung der Bylin (Epen, erzählende Poesie) und Duma, langen lyrischen Balladen, in welchen die Taten der Kosaken glorifiziert werden.

Gelegenheit zum Singen gaben Feste in der Dorfgemeinschaft und in den Familien. Neben Tanzliedern findet man auch sogenannte Chorowódy (Reigen), die bestimmten Feiertagen im Kalender zugehören. Brautwerbung, Abschied der Braut von den Eltern und weitere Hochzeitlieder finden in einem ganzen Zyklus mit solchen Reigen ihren musikalischen Ausdruck.

Entsprechend der unterschiedlichen Herkunft der Siedler ist die traditionelle Musik der russischen Bevölkerung (Staatsangehörige Russlands) im südlichen Altai im Sibirischen Raum sehr verschieden. Man findet eine Vielfalt an Dialekten und Formen, die einer Vermischung und Entwicklung unterlagen. Neben den Kosaken, die ihrerseits verschiedenen Ursprungs sind (Südrussische vom Don, bzw. vom Donez in der Ukraine, die sog. Saporoscher Kosaken).
Im Altai finden wir Altgläubige, welche die Reformen des orthodoxen Ritus durch den Patriarchen Nikon ablehnten und seit 1667 von der russisch-orthodoxen Kirche als Ketzer verfolgt wurden. Da es sich bei diesen hauptsächlich um im 17. Jahrhundert von Katharina II. zwangsdeportierte Weissrussen und Ukrainer, ehemalige Untertanen des polnisch-litauischen Königreichs, handelte, werden sie bis heute als Polen bezeichnet. Auch Katholiken aus diesem Raum haben hier Zuflucht gesucht.

Die traditionelle Volksmusik bildet einen wichtigen Bestandteil des Lebens und der Seele des Volkes. Die Lieder erzählen seine Geschichte, sie beschreiben seine Eigenschaften, die Vorzüge dieser Gemeinschaft und die Landschaft, in der sie lebt. Sie berichten auch von den ethischen Vorstellungen und den Regeln des Gemeinschaftslebens. Diese Lieder stellen einen kulturellen Schatz dar, der bis zum heutigen Tage erhalten blieb. Sie können in verschiedene Genres unterteilt werden. Grundsätzlich ist zwischen rituellen und nicht-rituellen Lieder zu unterscheiden.


- Rituelle Lieder:

1. Beschwörende Lieder

Heilende Lieder, die zur Heilung Kranker, bzw. um das Wetter zu beeinflussen gesungen werden.

2. Totenklagen


3. Rituelle Lieder aus dem Volkskalender

- Winterzyklus (Weihnachten): Dabei handelt es sich um Glückwunsch darbietende und lobende Lieder um Weihnachten (kolyadky) und Neujahr (shchedryvky). Während sie diese Lieder singen, wandern junge Leute zeremoniell von einem lokalen Haushalt zum nächsten, wobei sie den Hausbewohnern Wohlstand wünschen.
- Frühlingszyklus: Die Lieder dieses Zyklus werden als vesnyanky und hayivky bezeichnet und von Mädchen in einem Kreistanz gesungen. In den rituellen Liedern, in welchen um Regen gebetet wird, gibt es ein magisches Element. Zu Beginn des Frühlings (vesna) werden die vesnyanky (Lieder, um die Jahreszeit zu beschwören) normalerweise auf einem offenen Platz ausserhalb eines Dorfes gesungen. Auch Singspiele und Kreistänze, die als haivky (Frühlingsspiele) bezeichnet werden, gehören zu diesem Zyklus.
- Fest zum Dreschen des Getreides.
- Vor der Ernte: In diese Zeitspanne fallen die Feierlichkeiten für Ivan Kupalo (kupal'sky = Taufe) oder den Hl. Johannes, den Täufer und den Hl. Petrus (petrivky). Die Sommerfeierlichkeiten erreichen ihren Höhepunkt mit den Feiern von Ivan Kupalo, dem Feiertag für den Hl. Johannes, den Täufer. Dies beendet das lyrische Frühlingsthema der Couplets *. Das Ritual zu Kupalo ähnelt in seiner Bedeutung und seinem Charakter sehr stark den "petrivky"-Liedern, die in einer Zeitspanne von zwei oder drei Wochen vor dem Tag des Hl. Petrus (29. Juni) dargeboten werden.
- *Couplets: historische Lieder, Psalmen, Spiele in Musikkapellen und das Spielen der Kobza (Zupflaute), oder lyrische Lieder mit einer Strophenstruktur, kolyadky (Hymnen oder Loblieder), Märsche und andere rituelle Volksweisen in der Form des Singtanzes.
- Ernte: rituelle Arbeitslieder zu Beginn der Ernte (zazhynky) sowie Feiern anlässlich ihres Endes (obzhynky). Einem weiteren Teil des Sommerzyklus wird in Arbeitsliedern gehuldigt, die während des Mähens und Erntens gesungen werden.

Diese Lieder stellen das Ende der Sommerperiode dar.

Ihre ursprüngliche magische Bedeutung wurde später durch soziale Motive ersetzt, d.h. die schwere Arbeit des Mähers, die Beziehungen mit dem Arbeitgeber oder Forderungen nach höheren Löhnen.
- allgemeine Feiertage, religiöse Lieder, die im Dorfe bei Umzügen oder zu Hause gesungen wurden.

4. Hochzeitslieder

- Diese Lieder erklären, was zu jedem beliebigen Zeitpunkt während der Hochzeitszeremonie passiert: die Funktion dieser Lieder ist jener der Beschwörungslieder sehr ähnlich - das Hauptthema macht die festliche, fröhliche Seite des Rituals aus, und die Lieder enthalten auch beglückwünschende Teile, sie können sogar komisch sein. Es gibt auch eine zweite Art von Hochzeitsliedern, die dann gesungen werden, wenn die Braut ihr Elternhaus verlässt. Diese Lieder sind lyrischer und dramatischer und in ihrer Struktur lockerer. Die Hochzeitsgesellschaft wird gewöhnlich von einem Instrumententrio aus dem Dorf begleitet. Die Hauptinstrumente sind die Geige, das Bayan und das Tambourin, oft ist auch eine Pfeife (Flöte) dabei.
- Die nicht-rituellen Hochzeitslieder werden zur Unterhaltung zu passenden Zeitpunkten während der Feierlichkeiten gesungen, die sich normalerweise über einen Zeitraum von einer Woche erstrecken.

5. Arbeitslieder

- Frauenarbeitslieder
Lieder werden während oder nach der gemeinsamen Arbeit gesungen. Im Winter begleiten diese Lieder die Arbeit der Frauen, wenn sich diese treffen, um zu spinnen.
- Arbeitslieder für gemeinsames Arbeiten
Lieder werden auch in anderen Jahreszeiten gesungen, nach jeder Art von gemeinsam verrichteter Arbeit (z.B. Feldarbeit, Graben eines Brunnens, Hausbau, Strassenreparaturen etc.).
- Arbeitslieder nach getaner Feldarbeit
Hat ein Bauer zu viel Feldarbeit zu bewältigen, so bittet er seine Nachbarn um Hilfe. Nach Beendigung dieser gemeinsamen Arbeit lädt der Bauer seine Nachbarn zum Abendessen ein; im Anschluss daran singen sie solche Lieder mit Texten, die oftmals weltliche Weisheiten beinhalten.

- Nicht rituelle Lieder:

- Volksepen (duma) oder Balladen, historische und politische Lieder, Arbeits- und lyrische Lieder.
Die Dumy sind längere lyrische Kompositionen von epischem Charakter auf der Grundlage der Prinzipien der musikalischen Rezitation. Die Rhythmen der Texte dieser Balladen sind nicht auf metrorhythmische Schemata beschränkt und bestimmen den improvisierten Stil der musikalischen Rezitation auf der Grundlage von Variationen der typischen Phrasen und Verse. Die Dumy wurden von einem Solisten dargebracht, der als Kobzar bezeichnet wird, da er sich gewöhnlich selbst auf der Kobza (Zupflaute) begleitete, manchmal auch auf der Lira. Er sang über geschichtliche Ereignisse und Geschehnisse des täglichen Lebens. Die Kobzary (Plural für Kobza) waren in der Regel blind.

- Lyrische Lieder können Liebeslieder sein oder Lieder, die vom Familienleben erzählen, oder Schlaflieder.

- Instrumentalmusik

- Die instrumentelle Volksmusik wird in unterschiedlichen Formen dargeboten: das Solospiel auf der Pfeife, dem Bayan etc. sowie das Ensemble-Spiel. In vorchristlichen Zeiten wurden typische europäische Musikinstrumente verwendet, so z.B. Gùsli (Holzzither), Svirel (ein der Hirtenflöte ähnliches Holzblasinstrument); Gudók (ähnlich einer Fidel, Rebec) sowie auch Hörner; auch Schamaneninstrumente wie Trommeln, kleine Glocken, Tamburine und Geräuscherzeuger wurden verwendet. Solche Instrumente wurden gewöhnlich während Riten, zur Unterhaltung, bei Hofzeremonien und wahrscheinlich auch in heidnischen Tempeln verwendet. Volksmusiker, die in der Ukraine und später in Russland und dem südlichen Altai (Sibirien) diese Instrumente spielten und Hochzeiten organisierten, wurden als Skomorochi bezeichnet. Die Musiker zeigten auch akrobatische Übungen, Marionettenspiele und Jonglierkünste, welche die traditionelle mittelalterliche Volkskultur fortbestehen liessen. Die Kultur der Skomorochi, die sich über eine so lange Zeitspanne in Russland entwickelt hatte, wurde in der Volkskunst konserviert.

Volksmusikinstrumente sind unter den Russen der Altairegion wenige überliefert. Das Ensemble Pesnochorki hat sie entsprechend der Liedtexte und analog zu anderen Regionen Russlands ergänzt: Neben Gudók (Volksgeige - Rebec), Bayan (Knopfakkordeon), Shaléjka (Hornpfeife - Schalmei) oder den aus Holz gefertigten Röhrchen (Kugikly), in die wie eine Panflöte geblasen werden, Gúsli und einer kleinen Holz-Zither werden verwendet. Als Schlaginstrumente: Trommel, Schellentrommel und Löffel.

- Instrumente in Sibirien


- Hornpfeife - Schalmei - Schaléjka - Zhaleika - Blasinstrument

Eine volkstümliche Klarinette mit einem einzelnen Rohrblatt, das von einem Mundstück bedeckt sein kann. Das Rohr aus Holz mit Grifflöchern endet in einem erweiterten Schallbecher. Das Instrument kann aus verschiedenen natürlichen oder künstlichen Materialien hergestellt werden; sehr häufig wird es aus Kuhhorn gefertigt, aber auch ganz aus Holz- und sogar aus Birkenrinde.

Es ist diatonisch gestimmt in verschiedenen Tonarten (G, A, F) und in Sopran- (üblicherweise), Alt- und sogar in Piccoloformen. Durch Anpassung der Rohrblätter kann das Instrument gestimmt werden. Es ist normalerweise im mixolydischen Modus gestimmt (d.h. in der G-Tonart erhält man alle Stammtöne und keine mit Vorzeichen versehenen Töne). Man kann eine volle Tonoktave erzielen und mit alternierendem Fingersatz die finale, nicht verminderte siebte Tonstufe erreichen.




- Horntrumpete - Wladimir Horn - Wladimirski Roschok - Rozhok - Blasinstrumentt

Dabei handelt es sich um ein Holzhorn mit einem Mundstück und Fingerlöchern in der Tradtion einer Trompete. In nordöstlich-zentralen Teil des europäischen Russlands nahe Vladimir (deshalb der Name "Vladimir-Horn) und Varoslavl war dieses Instrument historisch gesehen ein sehr häufig gespieltes Instrument.

Der diatonische Grundsatz der Rozhki umfasst ein oder zwei Sopran in G, ein Alto in C und eine Tenorstimme (eine Oktave unter dem Sopran) in G. Neben den diatonisch gestimmten Instrumenten gibt es auch neue chromatische Rozhkis. Die Rozhok kann ihre erste Oktave in reinen Tönen spielen, und durch Überblasen kann man eine weitere (höhere) Stimmlage erzielen. Anders als bei früheren Instrumenten kann man mehr als eine Oktave erreichen.


- Svirel - Blasinstrumen

(Holzpfeife - Pennywhistle) Schnabelflöte, 30 - 40 cm lang, mit 6 Grifflöchern.

Die Gruppe der flötenähnlichen Holzblasinstrumente ist in der russischen Sprache allgemein als Svirel bekannt. Diese breite Verwendung des Ausdrucks macht eine Unterscheidung der verschiedenen Arten von Blasinstrumenten schwierig. Streng genommen dürfen nur Nicht-Blockflöten als Svirel bezeichnet werden.

Die Svirel besitzen kein Mundstück. Sie bestehen aus einem hohlen Rohr mit sechs bis zehn Löchern. Das Rohr selbst kann aus beliebigem Material, auch Metall oder Kunststoff bestehen. Die übliche Anzahl von Löchern ist sechs, zusätzliche Löcher ermöglichen, dass chromatische Töne auf dem Instrument erzeugt werden können. Der Spieler lässt am Blasende seinen Atem an der Rohrwand brechen, was einen flötenähnlichen Ton erzeugt.

- Holzröhrchen - Kugikly - Blasinstrument

(rohrförmiger Holzblock, Rohrblattflöte – ähnlich wie eine Panflöte gespielt)

Bei Kugikly handelt es sich um Panflöten. Sie können zwischen 1 und 8 Löcher besitzen, obwohl es sehr häufig vorkommt, dass 2-5 Flöten miteinander verbunden sind. Am häufigsten wird dieses Instrument von Frauengruppen gespielt.



- Okarina - Sistulka - Blasinstrument

Eine Okarina, auch Kuckuck genannt, weil damit Vogelstimmen imitiert werden.

Die Okarina gehört zur Gruppe der Pfeifinstrumente und ist in der Tat eine ausgefeilte Svystun (svystun bedeutet pfeifen). Für gewöhnlich sind diese Instrumente mit sieben oder acht, manchmal zehn Grifflöchern aus Ton gefertigt.


- Gùsli - Holzzither - Psalter - Saiteninstrumentt

- Husli (Holz-Zither, Psalter, russ. Gùsli). Sie war zu Zeiten Kiewer Rus’ die allgemeine Bezeichnung für ein Saiteninstrument. Eine Husli wird erstmals im Epos eines Barden aus dem 11. Jahrhundert erwähnt.Erst später wurde der Ausdruck mit dem Psalterium-ähnlichen Instrument in Zusammenhang gebracht. Der Ausdruck leitet sich aus dem frühslawischen Wort gosl ab, das Saite bedeutet und auch in anderen slawischen Sprachen zu finden ist. Im heutigen Balkangebiet bezeichnet gusle eine einsaitige Fiedel. In der westlichen Ukraine und in Weissrussland wird es oft verwendet, um eine Fiedel oder manchmal auch eine Schnabelflöte zu bezeichnen.

Im 19. Jahrhundert wurde sie hauptsächlich von Stadtleuten und dem Klerus gespielt. Das Instrument besass 11 bis 36 Sopran- oder diatonisch gestimmte Metallsaiten, wobei das Instrument in verschiedenen Grössen ausgeführt wurde.

Die Gùsli wird gezupft, nicht gehämmert. In diesem funktionellen Zusammenhang hat es eine grössere Verwandtschaft zur Harfe oder besser zur Zither (Akkordzither) als zu einem Hackbrett oder Cimbalom.

Die Gùsli wird meistens aufrecht gespielt, wobei die längs- und nach unten gerichtete Kante auf den Knien aufliegt; die linke Hand (über die Laufwirbeln und den Steg) dämpft die Saiten, während die rechte Hand die Saiten anschlägt oder zupft. Die Gùsli hat mittlerweile eine gewisse Standardisierung (Prima-, Alt- oder Bassgrössen) erfahren. Die diatonische Stimmung der Gùsli reicht vom B unter dem mittleren C bis zum C# zwei Oktaven über dem mittleren C. Es können die Tonarten auf A, Bm, C#m, D, E, F#m und G#m ausgeführt werden. Auch wurde das Stimmen standardisiert, um die Verwendung des Instruments mit Balalaika und Dömbra zu optimieren. Es ist äusserst schwierig, eine auf diese Art gestimmte Gùsli mit russischen Volks-Blasinstrumenten wie Zhalaika und Roschok zu verwenden, da diese Instrumente (insbesondere die Roschok) in G und C gestimmt sind. Die Lösung bestand offensichtlich darin, zusätzliche Hebel einzubauen.



- Gùsli - Holzzither - Psalter - Saiteninstrument

(grössere Holzzither - Folk psalter)
- Balalaika - Russische Laute - Saiteninstrument

 - Drehleier - Lyra - Kolesnaja Lira - Saiteninstrument

Die Drehleier ist ein Saiteninstrument, bei dem die Saiten mittels eines Holzrades gestrichen werden. Dieser "endlose Geigenbogen" ermöglicht es, mit der Drehleier ein andauernder Ton zu spielen. Das Rad wird durch die Kurbel gedreht. Die Drehleier verfügt über mehrere Saiten. Sie hat normalerweise eine bis drei Melodiesaiten, die mit den Tasten verkürzt werden können. Auf diesen Saiten wird die Melodie gespielt. Neben den Melodiensaiten verfügt sie über meist mehrere Bordunsaiten. Diese spielen immer denselben Ton (Bordunton), den man auch von Dudelsäcken her kennt. Sie sind in Grundton und Quinten getimmt. Zusätzlich verfügt die Drehleier noch über ein Rhythmusinstrument. Durch kurzzeitiges schnelles Drehen der Kurbel wird ein Schnarrlauf erzeugt. Die Schnarre wird bei schnellem Drehen in Vibration versetzt und schlägt auf das unterhalb liegende Holz auf. Die Drehleier verfügt somit über einen Melodieteil, Begleitung (Bordun) und Rhythmusinstrument (Schnarre).
Die Drehleier ist ein Instrument mit einer langen Vergangenheit. In der Geschichte findet man sie schon im 12. Jahrhundert. Ausser in der sakralen Musik wurde sie viel von Spielleuten, Gauklern und Bettlern gespielt. Sie eignete sich vorzüglich für die Tanzmusik und wurde gerne auch zur Gesangsbegleitung gespielt. Sie war diatonisch; Halbtöne liessen sich jedoch in der Klaviatur ebenfalls einstellen. Jedoch geriet sie im 20. Jahhundert grösstenteils in Vergessenheit, sie wurde von anderen Instrumenten verdrängt.

- Rebec - Fiddle - Gudòk - Saiteninstrument

( Folksgeige)

- Die Rebec (Fiedel, russ. Gudòk) ist ein Streichinstrument, dessen birnenförmiger Korpus samt Hals und Kopf aus einem einzigen Stück Holz gefertigt ist. Sie wurde im Mittelalter in verschiedener Gestalt meist dreiseitig gebaut und neben der "Grossen Geige" (Fiedel) auch als "Kleine Geige" bezeichnet. Im Unterschied zur Fiedel ist die Rebec in Quinten gestimmt.

Sie war wohl das beliebteste Instrument des Mittelalters. Sie wurde in den Händen von Vaganten, Spielleuten und Engeln gleichermassen dargestellt. Sie wurde zu örtlichen Festen und Reigen, wie auch am Hofe der Fürsten und Könige gern gespielt. Laufend wurde sie weiterentwickelt und aus der ursprünglichen spartenartigen Form des 8. Jh. wurde im 10. Jh. eine ovale, heute bekannte Form mit den eingezogenen Seiten.

Vom Spätmittelalter an entwickelte sich eine ganze Reihe von bogengestrichenen Saiteninstrumenten, wie Violinen, Bratschen, Celli etc., die wohl ihren Ursprung in der mittelalterlichen Fidel haben.

- Geige - Skrypka - Saiteninstrument

Die traditionelle Geige wurde nunmehr durch die Standardgeige ersetzt, wobei aber die alte Tradition des Geigenspiels noch immer lebendig ist.

Die Volksgeige wird gerne bei Hochzeiten gespielt und findet sich in Ensembles die Tanzmusik darbieten. Geiger spielen auch Solostücke zur Unterhaltung. Viele traditionelle Geigen waren in ihrer Konstruktion relativ plump, einige waren einfach Bretter mit daran befestigten Saiten.



 - Bayan - Akkordeon

- Das Knopfakkordeon Bajan gelangte aus Russland, wohin es in den 1830er Jahren aus Deutschland kam. Heute wird es sehr häufig gespielt und hat in der Zwischenzeit viele traditionelle Volksinstrumente ersetzt.

Mit dem Knopfakkordeon lassen sich alle Noten der chromatischen Tonleiter spielen. Die Knöpfe sind so angeordnet, dass man jede Tonart darauf spielen kann, ohne den Griff zu wechseln. Die in Form und Material unterschiedlichen Blättchen oder Zungen ermöglichen verschiedene Klänge für eine einzige Note, und wie bei einer Orgel kann auch beim Bajan dank eines Systems von verschiedenen Registern die Luft auf eine Weise verteilt werden, die es erlaubt, die Klangfarben zu variieren. Diese Register werden mit Hilfe von sechzehn Tasten bedient, die sich über der rechten Tastatur befinden; diejenigen, die am häufigsten benutzt werden, können auch mit dem Kinn betätigt werden, über sieben Knöpfe, die sich oben auf dem Instrument befinden.



- Accordion - Saratovskaja Harmon

(kleines Knopfakkordeon)


- Tambourin - Buben - Schlaginstrument

Tamburine sind im Allgemeinen Instrumente, die in der Hand gehalten werden; sie besitzen einen runden Holzrahmen, wobei Pergament oder Tierköpfe, Metallscheiben oder Glocken (Schellen) in der Holzzarge eingesetzt sind. Indem der Kopf des Tamburins geschlagen oder dieses geschüttelt wird, werden die Schellen in Bewegung gesetzt.



- Holzbrett Trommel - Pastuchi Baraban - Schlaginstrument
- Lozhki - Löffel
- Schlaginstrument

Der Stil des (Holz-) Löffelspiels unterscheidet sich je nach Art der Tradition. Mit zwei Löffeln in einer Hand, kann man diese zum "Klacken" bringen. Mit dem dritten Löffel in der anderen Hand, kann man den Polyrhythmus "whap-whock-clack" erzeugen

Text revidiert von Hermelinde Steiner.

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